Geschichten von der Rille

„Vinyl Stories“ zeigt, was gutes Corporate Publishing ausmacht: eine Heftidee so zugespitzt wie die Nadel eines Tonabnehmers und eine Redaktion, die diese Idee mit Liebe, Kreativität und viel Freiraum umsetzt.


„Vinyl Stories“ folgt der Magaziniker-Regel Nummer 1: es will nicht vordergründig verkaufen, sondern nachhaltig begeistern. Das Heft erzählt von Menschen (Regel Nummer 2!), deren Herz für analoge Musik schlägt. Getragen wird das auf Papier gedruckte Medium durch das bunte Lebensgefühl rund um die schwarze Platte.

Nun können wir Publisher uns unsere Themen nicht immer aussuchen, aber was wir uns von der Erstausgabe der „Vinyl Stories“ abgucken können ist, unsere Inhalte trotzdem mit viel Liebe zu behandeln.

Titelseite Vinyl Stories

1.Titel. Man hätte es auch einfach „Magazin“ nennen können, aber die Macher steigern die Drehzahl und nennen ihr Schätzchen „Bookish Periodical“. Ein bisschen verspielt, aber gut, so ein Book impliziert eben Wert und Dauerhaftigkeit – genau wie das verehrte Vinyl.

Innenseite Vinyl Stories

2.Intro. Zum Auftakt erklingt ein fotografierter Song. Das Heft-Buch empfängt seine Leser gleich mit einer redaktionell spannenden Idee und vermittelt auf mehreren Ebenen ein Gefühl dafür, wie „Vinyl Stories“ tickt.

Innenseite Vinyl Stories

3.Tracklist. Über den Sinn umfangreicher Rubriken kann man streiten und das tun wir nicht selten. Aber wenn es wie hier gelingt, das Heft mit einer Art „mindmap“ zu strukturieren, ohne sich künstliche Fesseln anzulegen, halten wir einfach mal die Klappe.

Innenseite Vinyl Stories

4.Under Cover. Ohne Sales & Promo geht es auch hier nicht, aber glücklicherweise ohne plump & platt. Clever verpackte Werbung in einer Modestrecke rund um die neue Liebe junger Leute zum alten Vinyl.

Innenseite Vinyl Stories

5.Making of Schallplatte. Eine Strecke, die über sechs Seiten illustrativ erklärt, wie aus Plastik Emotionen werden: So macht auch trockene Technik Spaß!

Innenseite Vinyl Stories

6.Neu aufgelegt. Dass man altbekannte Formate neu interpretieren kann, zeigt die Quiz-Variante auf Seite 90: Ein Musiker sichtet die Plattensammlung eines anderen Musikers und darf daraus, wie beim Handlesen raten, was der Eigentümer der Sammlung wohl für ein Typ ist.

Innenseite Vinyl Stories

7.Listen to the magazine. Was passt besser zu einem Platten-Magazin als ein Podcast, dem Erben des Hörfunkmagazins? Jedes Themenheft mit Online-Ableger sollte sich so einen Podcast leisten.

Wir finden, „Vinyl Stories“ hat das Zeug zum Longplayer: ein mit viel Herzblut geschriebenes Heftkonzept, einfallsreiche journalistische Formate, tolle Autoren und eine feine, aus Freejazz, Electronica und Klassik gesampelte Gestaltung. Wenn Sie mehr „Vinyl Stories“ wollen, die zweite Ausgabe bekommen Sie jetzt schon am Kiosk.

Ralf Schluricke

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