Basics for Begin­ners: Das passende Format


Guten Geschichten brau­chen die passende Verpa­ckung. Deshalb sollte jeder, der mit Content und Maga­zinen zu tun hat, auch die klas­si­schen jour­na­lis­ti­schen Formate kennen. Wir erklären, wann sich welches Stil­mittel am besten eignet.

Unter­neh­mens­me­dien leben von ihrer Viel­falt. Die verschie­denen Formate bringen Abwechs­lung und Span­nung, insze­nieren und erzählen Geschichten unter­schied­lich, gewichten die jewei­ligen Themen. Wir zeigen, wie Sie Ihre Themen richtig in die jour­na­lis­ti­schen Klas­siker verpa­cken:

1Die Meldung.

Kurz, knapp & knackig.

Leser haben wenig Zeit. Ein neues Produkt­fea­ture, der Design-Award oder die Über­gabe des Spen­den­schecks sind klas­si­sche Themen für dieses Format. Ebenso alles, was für eine ausführ­liche Bericht­erstat­tung nicht genü­gend Stoff hergibt, wie zum Beispiel der letzte Messe­auf­tritt oder das Sommer­fest.

Der Meldungs­be­reich sollte aber keines­falls als Sammel­be­cken für Themen verstanden werden, die sonst keinen Platz finden. Kommu­ni­ka­toren haben hier die Chance, ihre Botschaften kurz und knapp zu plat­zieren. Anders als in Zeitungen darf die Meldung in Unter­neh­mens­me­dien auch unter­halten und etwas lockerer geschrieben sein. Dabei ist jedoch eines wichtig: Eine Meldung ist nur eine Meldung, wenn sie kurz ist! Alles was mehr als 1000 Zeichen hat, ist ein Bericht.

2Der Bericht.

Zahlen, Daten & Fakten.

Der Bericht setzt dort an, wo die Meldung aufhört. Er liefert zusätz­liche Details und Hinter­gründe zum Thema. Wer Wert auf Distanz, Neutra­lität und vor allem sach­liche Bericht­erstat­tung legt, wählt dieses Format. Der Bericht eignet sich für Themen, bei denen es in erster Linie auf Zahlen, Daten, Fakten oder tech­ni­sche Details ankommt. Ein Heft voller Berichte wird aller­dings eine stau­bige Ange­le­gen­heit. Daher sparsam einsetzen. Tipp: Warum nicht den Bericht mit einem szeni­schen Einstieg auflo­ckern?

3Die Repor­tage.

Mit Geschichten fesseln.

Menschen lieben Geschichten. Sie unter­halten, infor­mieren, wecken Emotionen und tragen damit zur Iden­ti­täts­bil­dung bei. Stich­wort: . Und genau deshalb spielen echte Geschichten in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion eine so heraus­ra­gende Rolle.

Die Repor­tage ist die lite­ra­rischste Form unter den jour­na­lis­ti­schen Text­sorten und eignet sich daher beson­ders gut, um Geschichten zu erzählen. Warum also nicht das neue Produkt in eine Geschichte verpa­cken? Sind nicht die Menschen dahinter und die Entste­hung mit all ihren Aufs und Abs viel span­nender als ein tech­ni­scher Bericht über neue Features? In einer Repor­tage haben Sie alle Frei­heiten.

Über verschie­dene Erzähl­stränge oder -ebenen lässt sich ein Thema aus verschie­denen Perspek­tiven beleuchten. Was bedeutet die Umstruk­tu­rie­rung des Einkaufs für den einzelnen Mitar­beiter? Was hat die Geschäfts­füh­rung sich dabei gedacht? Und was bedeutet das für den Kunden?

4Das Inter­view.

Einfach mal spre­chen lassen.

Der Bericht oder die Repor­tage über die neue Geschäfts­ein­heit steht, beim Lesen dann die Erkenntnis: Fast jeder zweite Satz ist ein Zitat. Wenn in erster Linie die Meinung oder Einschät­zung einer bestimmten Person inter­es­siert, ist das Inter­view das rich­tige Format.

Will sich zum Beispiel die neue Geschäfts­lei­tung vorstellen, dann wirken gut geschrie­bene Inter­views authen­tisch und lebendig. Man sollte dem Leser deshalb nicht nur Kommu­ni­ka­ti­ons­bot­schaften servieren, sondern dabei gleich die inter­viewte Person ein biss­chen näher­bringen.

5Das Porträt.

Besser kennen­lernen.

Steht die Person im Mittel­punkt, muss es nicht unbe­dingt ein Inter­view sein. Das könnte leicht anbie­dernd und eitel wirken. Ein Porträt sorgt für die nötige Distanz, um einen Menschen und seine Persön­lich­keit besser kennen­zu­lernen. Der neue Entwick­lungs­chef, ein verdienter Mitar­beiter, aber auch eine Abtei­lung oder ein hinzu­ge­kauftes Unter­nehmen lassen sich gut portrai­tieren. Es muss also nicht immer eine Person sein.

6Der Kommentar.

Farbe bekennen.

Der Kommentar gehört mit dem Leit­ar­tikel und der Glosse zu den meinungs­äu­ßernden Darstel­lungs­formen und ist Unter­neh­mens­me­dien (leider) seltener anzu­treffen. Denn was wirkt authen­ti­scher als eine klare Meinung, jemand der Farbe bekennt und es wagt, subjektiv zu sein? Jemand, der dem Leser Reibungs­fläche bietet? Ein guter Platz für diese Meinung ist in klas­si­schen Medien das Edito­rial.

7Die Info­grafik.

Bilder sagen mehr.

Der neue Bestell­pro­zess im Unter­nehmen, die Umsätze der letzten Jahre aller Gesell­schaften, die Entwick­lung der Absatz­märkte: Es gibt unzäh­lige Themen, die für den Redak­teur mühsam in Prosa zu verpa­cken sind. Nur hart­ge­sot­tene Leser werden sich da bis zum Ende durch­beißen. Für viele Inhalte ist deshalb die Info­grafik der bessere Weg.


Fazit:

Nach Zielen fragen.

Ein Patent­re­zept, wann welches Format am besten geeignet ist, gibt es nicht. Eine Leit­frage sollte immer sein: Welches Ziel möchte ich mit dem Beitrag errei­chen?

Und dann sind natür­lich auch Misch­formen denkbar. Ein Bericht kann auch durch ein Kurz­in­ter­view ergänzt oder die Repor­tage mit einer kleinen Info­grafik illus­triert werden. So entsteht am Ende schöner, abwechs­lungs­rei­cher Content!

Sebastian Stamm

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