SEO für Online-Maga­­zine: Leser­freund­lich dank Core Web Vitals

Seit Kurzem schaut Google mit den Core Web Vitals noch stärker darauf, wie Nutzer eine Webseite als Ganzes erfahren. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit den neuen Metriken Ihr Online-Magazin entstauben und fit für die Such­ma­schine machen.

Keywords, Links und Alt-Tags gehören seit vielen Jahren zum Einmal­eins der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Doch was bringt perfekter Content, wenn Ihr Online-Magazin ewig lädt oder nur langsam auf die Klicks der Nutzer reagiert? – Nichts. Schlimmer noch: Es frus­tiert und vergrault Ihre Leser. Für Google ist das ein Grund, Ihr Online-Magazin schlechter zu ranken. Denn die Such­ma­schine erkennt, ob sich Nutzer gern und lang bei Ihnen aufhalten. Dazu schaut sich Google sowohl die Desktop- als auch die mobile Version Ihres Online-Maga­zins an und bewertet diese jeweils mit drei neuen Metriken – den Core Web Vitals.

Der Largest Contentful Paint: Lade­zeit der Webseite

Beim Largest Contentful Paint (LCP) dreht sich alles um die Geschwin­dig­keit Ihres Online-Maga­zins. Genauer gesagt um die Zeit, bis das größte Element im sicht­baren Bereich einer Seite komplett darge­stellt wird. Je größer ein Element ist, desto höher ist auch der LCP. Google empfiehlt hier eine Lade­zeit von maximal 2,5 Sekunden.

Ihre Seite lädt viel lang­samer? Kein Grund zur Panik. Das Problem können Sie schnell lösen. Denn die größten Elemente auf einer Seite sind häufig Bilder und Videos. Achten Sie daher beim Einbinden dieser Elemente auf eine passende Auflö­sung, eine möglichst geringe Datei­größe und moderne Datei­for­mate: Ein einfa­ches Bild sollte in der Desk­topan­sicht Ihres Online-Maga­zins beispiels­weise eine Auflö­sung von 1920 mal 720 Pixel nicht über­schreiten, nicht größer als ein Mega­byte sein und als JPEG oder WebP vorliegen. Beachten Sie dabei aber auch, die Bild­maße an die mobile Ansicht anzu­passen.

Bei Videos ist eine Auflö­sung von 1280 mal 720 Pixel ein guter Kompro­miss. Zudem sollte das Video eine Bitrate zwischen drei und acht Megabit pro Sekunde haben und im mp4-Format einge­bettet werden. Bei größeren Videos ist es zudem ratsam, eine Platt­form wie YouTube oder Vimeo zu nutzen und die Videos via Short­code in den Artikel einzu­binden.

First Input Delay: Reak­ti­ons­zeit bei Inter­ak­tion

Stellen Sie sich vor, Sie besu­chen ein Online-Magazin, klicken auf einen Artikel und es passiert eine gefühlte Ewig­keit gar nichts. Erst nach mehreren Sekunden gibt die Webseite ein Lebens­zei­chen von sich und lädt den gewünschten Artikel. Das ist nervig und wird von Google abge­straft. Denn mit dem First Input Delay (FID) misst der Such­ma­schi­nen­riese die Reak­ti­ons­zeit einer Seite auf die erste Inter­ak­tion des Nutzers. Bleibt die Stoppuhr unter 100 Milli­se­kunden, ist alles paletti. Wartet ein Nutzer länger, sollten Sie den FID opti­mieren.

Doch was verur­sacht einen hohen FID? Es sind vor allem Plugins und Scripte, die im Hinter­grund Ihres Online-Maga­zins laufen – zum Beispiel für beson­dere Content-Formate wie Bilder­galerien. Komplett auf opti­sche und inter­ak­tive Lecker­bissen sollten Sie in Ihren Arti­keln aber nicht verzichten. Denn Ihre Leser brau­chen Anreize, noch länger auf der Seite zu verweilen. Das erkennt und würdigt Google eben­falls. Finden Sie für Ihre Artikel daher einen Mittelweg zwischen Content-Feuer­werk und Spar­flamme.

Cumu­la­tive Layout Shift: Unge­störter Lese­fluss

Die dritte Metrik der Core Web Vitals nimmt das Layout Ihres Online-Maga­zins unter die Lupe: Der Cumu­la­tive Layout Shift (CLS) misst, ob die Seiten­an­sicht durch das nach­träg­liche Laden von Elementen noch an eine andere Stelle springt und den Nutzer unge­wollt im Lese­fluss stört. Dieses Problem tritt vor allem auf, wenn die Schriften einer Webseite nicht sofort geladen werden und die zunächst sicht­bare System­schriftart eine andere Größe besitzt. Achten Sie deshalb darauf, dass die Schrift­arten Ihres Online-Maga­zins möglichst früh geladen werden oder passen Sie die Größe der System­schriftart an.

Auch dyna­mi­sche Inhalte wie Bilder­ga­le­rien können für Layout­sprünge sorgen, sofern sie im oberen Bereich der Seite plat­ziert sind und Bilder mit unter­schied­li­chen Maßen enthalten. Legen Sie daher für Bilder und Videos feste Höhen- und Brei­ten­an­gaben fest. Falls dies bei Ihnen nicht möglich sein sollte, können Sie auch über DIV-Container feste Plätze für diese Inhalte reser­vieren.

Weitere Infos zu allen Core Web Vitals finden Sie hier:

Largest Contentful Paint | First Input Delay | Cumu­la­tive Layout Shift

Testen Sie Ihr Online-Magazin einfach selbst – mit dem Google Chrome Browser:

Öffnen Sie Google Chrome an Ihrem Desktop-PC. Klicken Sie auf die drei Punkte im oberen rechten Eck, um das Menü zu öffnen.

Wählen Sie Weitere Tools und dort Entwick­ler­tools aus oder nutzen sie den Shortcut STRG+UMSCHALT+I.

Klicken Sie in der oberen Leiste des sich öffnenden Fens­ters auf Light­house.

Legen Sie Cate­go­ries und Device fest und klicken Sie auf Gene­rate report.

Rot markiert: Die drei Core Web Vitals

Fazit

Mit der Einfüh­rung der Core Web Vitals macht Google eines deut­lich: Neben gutem Content sollte auch die Nutzer­er­fah­rung auf einer Webseite stimmen. Dazu gehören schnelle Lade­zeiten, eine gute Inter­ak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit und ein stabiles Layout. Fakt ist aber auch: Bislang spielen die drei Metriken im Such­­ma­schinen-Ranking nur eine unter­ge­ord­nete Rolle. Guter Content mit passenden Keywords und Verlin­kungen ist nach wie vor der Schlüssel, um sich einen Platz an der Such­maschinen­sonne zu ergat­tern.

Doch die Core Web Vitals können schon heute das Züng­lein an der Waage sein und Ihnen dabei helfen, Ihr Online-Magazin so zu gestalten, dass sich Leser wohler fühlen, länger verweilen und den ein oder anderen Artikel mehr lesen. Auf lange Sicht werden die Core Web Vitals daher gewiss an Bedeu­tung gewinnen. Ein guter Grund also, sich schon heute mit den Metriken zu beschäf­tigen und das eigene Online-Magazin entspre­chend heraus­zu­putzen.

Paul Mehnert
  • Autor:
    Paul Mehnert
  • Datum:
    02.02.2022
  • Lesezeit:
    etwa 6 Minuten

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