Warum Bewegung in jedes Online-Magazin gehört

Ob Mini-GIF, bewegtes Stimmungsbild oder Kurzreportage – wer ein lebendiges Online-Magazin will, muss für Bewegung sorgen.


Ein kleines Gedanken­expe­ri­ment zu Beginn: Stellen Sie sich vor, Sie besuchen einen Artikel auf einem Online-Magazin. Wie viele eilige Digital-Leser scrollen Sie einmal über die Seite, entdecken Bilder, bleiben kurz an einer Zwischen­überschrift hängen und sehen dann etwas, das sich bewegt oder einen Play-Button. Scrollen Sie mit der gleichen Geschwindigkeit darüber oder bleiben Sie länger hängen? Klicken Sie den Button, schauen sich die Animation an? Das Beispiel demonstriert eine der wichtigsten Funktionen von Videos und bewegten Elementen auf digitalen Magazinen: Sie schaffen Aufmerksamkeit.

Bewegtbild zeigt Zusammenhänge

Bleibt es jedoch bei einer kurzen Effekt­hascherei, so nutzt sich die Wirkung schnell ab. Das geschieht nicht, wenn Sie Bewegtbild nutzwertig einsetzen. Ein komplexer Ablauf, eine ausgetüftelte Maschine oder ein neuer Prozess lassen sich in bewegten Bildern bestens veranschaulichen. Statt diese Dinge mühsam mit Worten zu beschreiben, können Sie sie im Bewegtbild einfach zeigen. Das geschriebene Wort verliert dabei keineswegs seine Berechtigung. Es kann begleitend Hinter­grund­infor­mationen zu Sinn und Zweck des dargestellten Systems geben.

Video ergänzt Text

Ebenfalls eine perfekte Ergän­zung zum Text sind Filme dann, wenn sie dabei helfen, die Atmo­sphäre eines Ortes, den Charakter eines Menschen oder das Flair einer Veranstaltung zu transportieren. Dafür können etwa kurze Stimmungsvideos eingebunden werden oder sogenannte „Talking Heads“ also Protagonisten der Geschichte, die in einem kurzen Clip zu einem Aspekt Stellung nehmen. Den Eindruck aus derartigen Videos nehmen Leser des Online-Magazins mit in die Geschichte und erleben diese deutlich lebhafter. Für den flüchtigen Scroller kann ein solcher Clip auch der Grund sein, doch noch in den Text einzusteigen, um die ganze Geschichte der gezeigten Person zu erleben.

Selber klicken – schneller verstehen

Wer sich ein Thema selbst erarbeitet, behält und versteht es deutlich besser, als derjenige, der einfach nur liest oder auswendig lernt. Das gilt auch für Online-Magazine: Wer in einem Mini-Spiel selbst die Tore einer Schleuse öffnet und schließt, versteht besser, wie das Beckensystem funktioniert. Wer die Explosions­zeich­nung des Antriebsstrangs eines Autos selbst zusammenklickt, erfährt direkter, wozu man eigentlich eine Einspritzpumpe braucht. Neben der Vermittlung der reinen Funktion, benötigt der Leser auch hier optische Anreize, um die interaktiven Elemente tatsächlich zu nutzen – also etwa ein attraktives Design und eine klare Aufforderung zur Interaktion.

Wertvoll, nicht teuer

Wenn Kom­muni­kations­ver­ant­wort­liche die Begriffe Bewegt­bild, Video oder interaktive Grafik hören, denken sie oft mit schmerzverzerrtem Gesicht an ihr Budget. Dabei muss nicht jedes Video einen fünfstelligen Eurobetrag verschlingen (auch wenn das ein aufwendiges Video durchaus kann). Einfachere Videos oder interaktive Elemente mit großer Wirkung lassen sich bereits für kleinere vierstellige Beträge realisieren. In einigen Fällen lassen sich Fotoshooting und Videodreh auch effizient kombinieren. Zudem entfalten die erstellten Medien ihre Wirkung an mehreren Stellen – im Online-Magazin, auf dem Blog, in Social Media oder auf der Unternehmens-Website. Deshalb ist mehr Bewegung für die Kommunikation im Web nicht in erster Linie teuer, sondern wertvoll.

 

Julian Stutz
  • Autor:
    Julian Stutz
  • Datum:
    27.03.2019
  • Lesezeit:
    etwa 3 Minuten

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